Ergebnis der Bürgerbeteiligung

Mit verschiedenen Methoden erarbeiteten die Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer Ideen und Bedürfnisse an das Stadtteilhaus und verdichteten diese zu gemeinsamen Visionen als Leitmotive für die Entwurfsplanung.

Für einen kurzen Überblick finden Sie hier das Raum- und Funktionsdiagramm, das die Baupiloten aufgrund der Workshops erstellt haben. Es definiert atmosphärische Raumideen und setzt sie miteinander in Beziehung und visualisiert die unten beschriebenen Ergebnisse.

Das Ergebnis in einem Satz

Das neue Stadtteilhaus soll ein offener, vielfältiger, ungezwungener, wandelbarer, naturnaher Begegnungsort mit hoher Strahlkraft werden.

Grundsätzliche Bedürfnisse an das Stadtteilhaus

Offenheit

Durch den gesamten Beteiligungsprozess hindurch hat sich ein großer Wunsch nach einem in vieler Hinsicht „offenem Haus“ gezeigt:

  • Ein für alle Bürgerinnen und Bürger immer zugänglicher Begegnungsort.
  • Generationenübergreifend soll das Gebäude nicht nach Personengruppen (hier: Erwachsene – dort: Kinder und Jugendliche), sondern programmatisch-atmosphärisch strukturiert sein.
  • Es soll den vielfältigen Fähigkeiten der Bürgerinnen und Bürger Rechnung tragen sowie Miteinander und Austausch unter den Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen.
Die einzelnen Nutzungsideen werden diskutiert

Integrierte Stadtteilbibliothek

Keine räumliche Trennung zwischen den Stadtteilhaus-Aktivitäten und der Stadtteilbibliothek:
Die unterschiedlichen Bibliotheksnutzungen sollen sich auf die verschiedenen Bereiche des Gebäudes verteilen, sodass Stadtteilhaus und Bibliothek thematisch wie atmosphärisch ineinander aufgehen.

Außerdem besteht der Wunsch nach benutzerfreundlichen, möglichst langen Öffnungszeiten, nach verschiedenartigen Sitzgelegenheiten zum Lesen und Arbeiten sowie nach Medienvielfalt (Bücher, Zeitungen/Zeitschriften, aber auch Tablets, Laptops und Computer-Terminals).

Blickfang – „Eyecatcher“

Das Gebäude soll die Besucherinnen und Besucher auf verschiedenen Ebenen anlocken, willkommen heißen und neugierig machen. Zum Beispiel durch spannende Einblicke vom Straßenraum aus ins Gebäudeinnere oder durch Sichtachsen zwischen den einzelnen Bereichen im Gebäudeinnern. Immer geht es dabei um einen niederschwelligen Zugang.

Naturnähe

Natur bzw. Naturnähe hat sich als enorm wichtig herausgestellt:
Von vorneherein war die Nutzung der südlich an das zukünftige Stadtteilhaus angrenzenden Freiflächen des Grünzugs für Aktivitäten im Freien vorgesehen.
Im Beteiligungsprozess hat sich herauskristallisiert, dass auch im Gebäudeinnern naturnahe Atmosphären mit Pflanzen, frischer Luft, Wasser, Ausblicke ins Grüne und in den Himmel geschaffen werden sollen. Der Grünzug soll sich letztendlich durch das Haus hindurch bis zum Rudeltplatz hin fortsetzen.

Die verschiedenen Bereiche im Stadtteilhaus

Während des Beteiligungsprozesses wurden Fragen sowohl nach den Aktivitäten („Was möchten Sie dort tun?“) als auch nach der atmosphärisch-räumlichen Wirkung („Wie müssen die Räume sein, damit Sie sich wohlfühlen“?) gestellt.

Daraus ergaben sich neun verschiedene programmatisch-atmosphärische Bereiche:
Sieben davon sind auf dem Baugrundstück verortet, zwei sollen als Erweiterung des Hauses in der Umgebung liegen, sodass Stadtteilhaus und Außenbereiche miteinander verwoben sind.

In den verschiedenen Bereichen sollen jeweils unterschiedliche Bibliotheksnutzungen integriert sein.

Büchenbacher*innen beim Entwickeln von Ideen

„Einladender Mitgestalten-Marktplatz“ als Dreh- und Angelpunkt im Zentrum

Dieser Bereich soll sich durch das Gebäude als Fortsetzung des Grünzugs zum Rudeltplatz ziehen.

Atmosphärische Qualitäten: offen, hell, weitläufig, lebendig, ungezwungen, gemütlich, warm, naturnah mit Pflanzen und Wasser.

Hier will man Freunde treffen, sich austauschen und informieren, netzwerken, mitgestalten, sich sozial engagieren, Tee & Kaffee trinken, essen, besprechen, diskutieren, Medien ausleihen, lesen, stöbern, spielen, veranstalten, chillen/abhängen, Kunst ansehen oder ausstellen.

In diesem offenen Bereich soll es auch Rückzugsnischen geben, in denen man für sich sein kann und gleichzeitig den Kontakt zum Geschehen auf dem „Marktplatz“ hat.

Dort soll es auch ein Café und Genießer-Ecken geben sowie daran angegliedert einen Bereich für Kinder, in dem sie sich in Sichtweite der Eltern beschäftigen können.

„Ungezwungene Feier-Bühne“ als zentraler Veranstaltungsbereich

Atmosphärische Qualitäten: einladend, ungezwungen, lebendig, entspannt, fröhlich, festlich, laut, gute Akustik, mit frischer Luft und Himmelblick, mit vielen Lichtern.

Hier will man gemeinsam Spaß haben bei Feiern und unterschiedlichen Kultur- und Informationsveranstaltungen: Musik machen/Musik hören, tanzen, feiern, improvisieren, Instrument lernen, singen, Theater spielen, veranstalten, genießen, chillen/abhängen.

„Gesunde Genießer-Lounge“ als Ort zum Verweilen

Atmosphärische Qualitäten: einladend, fröhlich, gemütlich, geschützt, wie auf einer Insel oder Lichtung, mit vielen Pflanzen

Hier will man sich gesund ernähren können, gemeinsam kochen und backen, sich über gesunde Ernährung, Sport und Medizin informieren, Tee und Kaffee trinken, essen, genießen, Freunde treffen, Filme schauen, gärtnern, spielen, nähen und stricken.

Ein Bild zu den möglichen Atmosphären des Stadtteilhauses

„Verwinkelte Entspannungs-Oase“ als Rückzugsort zum Krafttanken

Atmosphärische Qualitäten: leise, geschützt, ungezwungen, gemütlich, verwinkelt, grün, naturnah mit Pflanzen, mit frischer Luft, wie im Wald, wie auf einer Lichtung.

Als ruhiger Ort soll er dezentral dem Grünzug zugewandt sein und viel Natur auch nach drinnen bringen.

Hier will man meditieren, Yoga machen, auf der Wiese sitzen, chillen/abhängen, lesen, Musik hören/Musik machen, träumen, philosophieren, Gelassenheit lernen, massiert werden, Natur beobachten, helfen, sich ausprobieren, alleine auf dem Tablet Filme schauen.

„Vielfältige Handwerker-Wiese“ als offene Werkstatt

Atmosphärische Qualitäten: robust, praktisch, flexibel, vielfältig, hell, mit Türen ins Freie.

Als lärmintensiver Bereich soll die Werkstatt im Erdgeschoss schallgeschützt zum Rudeltplatz ausgerichtet sein.

Offene Türen laden ein zum selbst organisierten wie angeleiteten Handwerken und Reparieren, zum Töpfern und Basteln, zum draußen arbeiten, Instrument bauen, in der Gruppe arbeiten, voneinander lernen und sich ausprobieren.
Ganz konkret wurde der Bedarf nach einer offenen Fahrradwerkstatt genannt, ansonsten soll die vollständige Ausstattung der Werkstatt erst nach Eröffnung des Stadtteilhauses erfolgen, um auf die Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher reagieren zu können.

„Inspirierendes Entdecker-Lab“ als Medienlabor

Atmosphärische Qualitäten: inspirierend, vielfältig, praktisch, flexibel, weitläufig, hell, genauso viele Pflanzen wie Computer und andere technische Geräte.

Hier soll konzentriertes Arbeiten möglich sein. Einladung zum Experimentieren, Entdecken, Fotografieren/Filmen, Programmieren, Medien & Bilder bearbeiten, Surfen im Internet, Erfinden, soziale Medien lernen, Sprachen lernen, Lesen, Spielen, Ausstellen, selbst organisiert arbeiten.

„Helle Atelier-Lichtung“ als Themengarten und Atelier

Atmosphärische Qualitäten: inspirierend, hell, naturnah, drinnen und draußen, ungezwungen, Blick ins Grüne.

Hier will man gärtnern, Pflanzen erkennen, fotografieren/filmen, malen, ausstellen, basteln, experimentieren, Kunst ansehen und begegnen, Natur beobachten.

Satellit 1: „Grünes Begegnungs-Forum“ auf dem Rudeltplatz

Ein großer Wunsch ist die Belebung des Rudeltplatzes durch Begrünung und eine regelmäßige Bespielung des Platzes.

Satellit 2: „Ruhiger Lagerfeuer-Garten“ im Grünzug

Ein Feier- und Oase-Satellit im Grünzug soll zum miteinander Feiern und Singen, aber genauso zum Lesen und Träumen einladen.

Wie geht es weiter?

  • Neben dem Projekt-Team wurde mittlerweile eine so genannte „Baufamilie“ gegründet, zu der neben den hauptamtlich am Neubau-Projekt Beteiligten auch acht interessierte Bürgerinnen und Bürger gehören. Diese Baufamilie wird während der Planungsphase regelmäßig zu bestimmten Themen zusammenkommen.
  • Basierend auf den Ergebnissen des Beteiligungsprozesses mit den genannten Aktivitäten und Atmosphären wird im Herbst 2019 ein Raum- und Nutzungsprogramm entwickelt.
  • Voraussichtlich im Februar 2020 werden nochmals offene Themenwerkstätten angeboten, in denen die Entwurfskonzepte des Architekturbüros bewertet werden.
  • Die Vorentwurfsplanung soll bis Anfang 2020 abgeschlossen sein.
  • Die Eröffnung des neuen Stadtteilhauses ist für 2023 geplant.

Amt für Soziokultur

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Amt für Soziokultur
Stintzingstraße 46, 91052 Erlangen, Deutschland

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